Externe vs interne Sicherheitsfachkraft: Was ist die bessere Wahl für Ihr KMU?

Als Unternehmer in Österreich stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung: Sollen Sie einen Mitarbeiter zur Sicherheitsfachkraft ausbilden lassen oder auf die Dienste einer externen Sicherheitsfachkraft setzen? Diese Frage beschäftigt viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ihre gesetzliche Pflicht zur Bestellung einer Sicherheitsfachkraft erfüllen müssen. In diesem Beitrag vergleichen wir die beiden Optionen – externe vs. interne Sicherheitsfachkraft – und zeigen auf, welche Lösung für Ihr Unternehmen die bessere Wahl sein könnte.
Die gesetzliche Ausgangslage: Warum Sie eine Sicherheitsfachkraft benötigen
Bevor wir die Vor- und Nachteile einer externen vs. internen Sicherheitsfachkraft betrachten, ist es wichtig, die gesetzliche Grundlage zu verstehen. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) verpflichtet jeden Arbeitgeber in Österreich, eine Sicherheitsfachkraft zu bestellen – unabhängig von der Unternehmensgröße. Diese Verpflichtung besteht bereits ab dem ersten Mitarbeiter.
Die Sicherheitsfachkraft berät und unterstützt den Arbeitgeber in allen Fragen des ArbeitnehmerInnenschutzes mit dem Ziel, Arbeitsunfälle zu vermeiden und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Umfang der Betreuung wird durch die sogenannte Präventionszeit bestimmt, die von der Anzahl der Beschäftigten und der Gefährdungsklasse der Branche abhängt.
Option 1: Die interne Sicherheitsfachkraft – Eigenregie mit Herausforderungen
Bei der internen Lösung wird ein Mitarbeiter Ihres Unternehmens zur Sicherheitsfachkraft ausgebildet und übernimmt diese Funktion neben oder anstelle seiner bisherigen Tätigkeiten.
Voraussetzungen für eine interne Sicherheitsfachkraft
Um als interne Sicherheitsfachkraft tätig zu werden, muss der Mitarbeiter:
- Eine umfangreiche Ausbildung absolvieren (mindestens 288 Stunden)
- Regelmäßige Fortbildungen besuchen (mindestens 16 Stunden pro Jahr)
- Über technisches Verständnis und Kenntnisse der betrieblichen Abläufe verfügen
- Von anderen Aufgaben entsprechend freigestellt werden
Vorteile einer internen Sicherheitsfachkraft
Die interne Lösung bietet einige Vorteile:
- Ständige Präsenz im Unternehmen
- Detaillierte Kenntnis der betrieblichen Abläufe und Strukturen
- Direkte Kommunikationswege zur Geschäftsführung und den Mitarbeitern
- Möglichkeit, Sicherheitsthemen kontinuierlich zu begleiten
Nachteile einer internen Sicherheitsfachkraft
Diesen Vorteilen stehen jedoch erhebliche Nachteile gegenüber:
- Hohe Ausbildungskosten (ca. 5.000-8.000 Euro für die Grundausbildung)
- Zeitaufwand für Ausbildung und Fortbildung (mehrere Wochen Abwesenheit)
- Bindung von Personalressourcen
- Fehlende Objektivität durch betriebliche Einbindung
- Begrenzte Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten
- Schwierige Vertretungsregelung bei Urlaub oder Krankheit
Besonders für kleine und mittlere Unternehmen mit geringer Präventionszeit ist die interne Lösung oft unwirtschaftlich. Wenn ein Mitarbeiter nur wenige Stunden pro Jahr als Sicherheitsfachkraft tätig sein muss, stehen die Ausbildungskosten und der Zeitaufwand in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen.
Option 2: Die externe Sicherheitsfachkraft – professionelle Unterstützung nach Bedarf
Die Alternative zur internen Lösung ist die Beauftragung einer externen Sicherheitsfachkraft, die als Dienstleister für Ihr Unternehmen tätig wird.
Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit einer externen Sicherheitsfachkraft
Für die Zusammenarbeit mit einer externen Sicherheitsfachkraft benötigen Sie:
- Einen schriftlichen Betreuungsvertrag
- Einen Ansprechpartner im Unternehmen für die Koordination
- Bereitschaft zur regelmäßigen Kommunikation und Terminplanung
- Zugang zu relevanten Bereichen und Informationen für die SFK
Vorteile einer externen Sicherheitsfachkraft
Die externe Lösung bietet zahlreiche Vorteile, besonders für KMU:
1. Kosteneffizienz und Planbarkeit
Eine externe Sicherheitsfachkraft verursacht keine Ausbildungs- und Fortbildungskosten. Sie zahlen nur für die tatsächlich benötigte Betreuungszeit, was besonders bei geringem Betreuungsumfang wirtschaftlicher ist. Die Kosten sind transparent und planbar, ohne versteckte Folgekosten.
2. Sofortige Verfügbarkeit und umfassende Expertise
Externe Sicherheitsfachkräfte bringen ihre Qualifikation und Erfahrung sofort mit – ohne lange Ausbildungszeiten. Sie verfügen über:
- Aktuelles Fachwissen durch regelmäßige Fortbildungen
- Erfahrungen aus verschiedenen Unternehmen und Branchen
- Kenntnisse über Best Practices und bewährte Lösungen
- Spezialisiertes Wissen zu besonderen Gefährdungen
3. Objektiver Blick von außen
Ein wesentlicher Vorteil im Vergleich externe vs. interne Sicherheitsfachkraft ist die Objektivität. Als externer Dienstleister ist die SFK nicht in betriebliche Hierarchien und Abhängigkeiten eingebunden. Sie kann Sicherheitsdefizite unvoreingenommen ansprechen und ist nicht "betriebsblind".
4. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Die Zusammenarbeit mit einer externen Sicherheitsfachkraft kann flexibel an Ihre Bedürfnisse angepasst werden:
- Betreuungsumfang kann bei Bedarf erhöht oder reduziert werden
- Zusätzliche Unterstützung bei besonderen Projekten oder Ereignissen
- Keine Personalprobleme bei Krankheit oder Urlaub (Vertretung ist gesichert)
- Keine langfristige Bindung wie bei einem Angestelltenverhältnis
5. Rechtssicherheit und Haftungsminimierung
Externe Sicherheitsfachkräfte sind spezialisierte Experten, die kontinuierlich über aktuelle gesetzliche Änderungen informiert sind. Sie minimieren das Risiko von Versäumnissen und schaffen Rechtssicherheit für Ihr Unternehmen.
Nachteile einer externen Sicherheitsfachkraft
Der Vollständigkeit halber sollten auch potenzielle Nachteile der externen Lösung betrachtet werden:
- Keine ständige Präsenz im Unternehmen
- Einarbeitungszeit zum Kennenlernen der betrieblichen Abläufe
- Notwendigkeit einer guten Kommunikation und Terminplanung
- Möglicherweise höhere Stundensätze im Vergleich zu internen Personalkosten
Diese Nachteile können jedoch durch eine strukturierte Zusammenarbeit und regelmäßigen Austausch minimiert werden.
Wann ist welche Lösung sinnvoll? Eine Entscheidungshilfe
Die Entscheidung zwischen externer vs. interner Sicherheitsfachkraft hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier eine Orientierungshilfe:
Die externe Sicherheitsfachkraft ist besonders geeignet für:
- Kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern
- Unternehmen mit geringer Präventionszeit (weniger als 100 Stunden pro Jahr)
- Betriebe ohne besondere Gefährdungen oder mit standardisierten Arbeitsplätzen
- Unternehmen, die Wert auf Kosteneffizienz und Flexibilität legen
- Betriebe, die von externer Expertise und Objektivität profitieren möchten
Die interne Sicherheitsfachkraft kann sinnvoll sein für:
- Größere Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern
- Betriebe mit hoher Präventionszeit (mehr als 200 Stunden pro Jahr)
- Unternehmen mit besonderen Gefährdungen oder komplexen Produktionsprozessen
- Betriebe, die eine ständige Präsenz der Sicherheitsfachkraft benötigen
- Unternehmen, die bereits über qualifiziertes Personal verfügen
Kostenvergleich: Externe vs. interne Sicherheitsfachkraft
Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung zwischen externer vs. interner Sicherheitsfachkraft sind die Kosten. Die wirtschaftliche Betrachtung zeigt deutliche Unterschiede:
Kosten einer internen Sicherheitsfachkraft:
- Hohe Grundausbildungskosten (einmalig)
- Jährliche Fortbildungskosten
- Arbeitszeit für SFK-Tätigkeit und Fortbildung
- Personalkosten während der Abwesenheit
- Materialien, Fachliteratur und Ausrüstung
- Vertretungsregelungen bei Urlaub oder Krankheit
Kosten einer externen Sicherheitsfachkraft:
- Pauschale oder stundenbasierte Betreuungskosten
- Keine Ausbildungs- und Fortbildungskosten
- Keine zusätzlichen Personalkosten
- Keine Kosten für Fachliteratur und Materialien
- Vertretung ist automatisch gesichert
Besonders für KMU ist die externe Lösung in den meisten Fällen wirtschaftlicher. Der Unterschied wird noch deutlicher, wenn man die versteckten Kosten berücksichtigt, wie den Produktivitätsverlust während der Ausbildung oder die Schwierigkeit, eine qualifizierte Person für diese Aufgabe zu finden. Viele Anbieter wie René Pal Consulting bieten transparente Pauschalmodelle an, die individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnitten werden.
Hybridmodelle: Das Beste aus beiden Welten
In der Praxis haben sich auch Hybridmodelle bewährt, die Elemente der internen und externen Betreuung kombinieren:
Das Unternehmermodell
Für Kleinbetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern bietet das sogenannte "Unternehmermodell" eine interessante Alternative. Hierbei absolviert der Unternehmer selbst eine verkürzte Ausbildung (40 Stunden) und wird durch eine externe Sicherheitsfachkraft unterstützt. Dies ermöglicht eine kontinuierliche interne Betreuung bei gleichzeitiger Nutzung externer Expertise.
Die Kombination aus interner und externer Betreuung
Größere Unternehmen können von einer Kombination profitieren:
- Eine interne Sicherheitsvertrauensperson oder ein Sicherheitsbeauftragter für die täglichen Aufgaben
- Eine externe Sicherheitsfachkraft für spezialisierte Aufgaben und die gesetzlich vorgeschriebene Betreuung
Diese Lösung verbindet die Vorteile der ständigen Präsenz mit der Expertise und Objektivität eines externen Spezialisten.
Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit mit einer externen Sicherheitsfachkraft
Wenn Sie sich für eine externe Sicherheitsfachkraft entscheiden, können Sie mit folgenden Maßnahmen den Erfolg der Zusammenarbeit sicherstellen:
1. Klare Vereinbarungen treffen
Definieren Sie zu Beginn der Zusammenarbeit klar, welche Leistungen Sie erwarten und in welchem Umfang die Betreuung erfolgen soll. Ein detaillierter schriftlicher Betreuungsvertrag schafft Klarheit für beide Seiten.
2. Festen Ansprechpartner benennen
Bestimmen Sie einen festen Ansprechpartner in Ihrem Unternehmen, der für die Koordination mit der externen Sicherheitsfachkraft zuständig ist. Dies erleichtert die Kommunikation und sorgt für Kontinuität.
3. Regelmäßigen Austausch pflegen
Planen Sie regelmäßige Termine mit Ihrer Sicherheitsfachkraft ein, um aktuelle Themen zu besprechen und über Veränderungen im Betrieb zu informieren. Ein strukturierter Informationsaustausch ist entscheidend für den Erfolg.
4. Dokumentation gemeinsam pflegen
Sorgen Sie für eine gut organisierte Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Unterlagen, auf die sowohl Sie als auch die externe Sicherheitsfachkraft zugreifen können. Dies spart Zeit und verhindert Informationsverluste.
5. Frühzeitige Einbindung sicherstellen
Beziehen Sie die SFK frühzeitig in Planungen und Entscheidungen ein, die Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit haben könnten. Dies spart langfristig Zeit und Kosten.
Im Vergleich externe vs. interne Sicherheitsfachkraft zeigt sich, dass besonders für kleine und mittlere Unternehmen die externe Lösung in den meisten Fällen die bessere Wahl ist. Sie bietet ein optimales Verhältnis von Kosten und Nutzen, bringt sofort verfügbare Expertise mit und entlastet das Unternehmen von administrativen und organisatorischen Aufgaben.
Die Entscheidung für eine externe Sicherheitsfachkraft bedeutet:
- Kosteneffizienz durch bedarfsgerechte Abrechnung
- Sofortige Verfügbarkeit ohne Ausbildungszeit
- Umfassende Expertise und Erfahrung
- Objektiver Blick von außen
- Rechtssicherheit und Haftungsminimierung
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Bei René Pal Consulting unterstützen wir als erfahrene externe Sicherheitsfachkraft Unternehmen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Ost-Steiermark. Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen mit transparenten Pauschalmodellen, die genau auf die Bedürfnisse und Anforderungen Ihres Betriebs zugeschnitten sind.
Haben Sie Fragen zur Entscheidung zwischen externer und interner Sicherheitsfachkraft? Möchten Sie wissen, welche Lösung für Ihr Unternehmen am besten geeignet ist? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne persönlich!

